Verbrechen und Strafe

verbrechenundstrafe

nach  FJODOR DOSTOJEWSKI

Was wiegt das Leben einer Laus? Was ist gut oder schlecht? Inhaftierte der JVA für Frauen Pankow untersuchen Raskolnikows Entscheidung, die Grenze zu überschreiten, die Macht an sich zu reißen und zu morden, um Gutes zu tun.

Raskolnikow tötet die Wucherin Aljona Iwanowna, ein „dummes, unnützes, nichtswürdiges, böses und krankes altes Weib, das kein Mensch braucht und das, im Gegenteil, alle schädigt“. Wir sehen durch Raskolnikows Augen Petersburg in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts: Armut, Gewalt, Prostitution, Alkoholismus, himmelschreiende Ungerechtigkeit. Der Jurastudent Raskolnikow will nicht länger zusehen, er sieht sich zum Handeln gezwungen. Die Figuren des gesellschaftlichen Panoramas, das Dostojewski entwirft, haben viel mit der Lebenswirklichkeit der Frauen zu tun, die wir in der JVAF Pankow antreffen, und so wollen wir das Stück erzählen. Nicht als historische Aufarbeitung von Weltliteratur, sondern einer Welt, in der die Frauen versuchen, ihren Weg zu finden und Entscheidungen treffen. Das Publikum begegnet Kassiererinnen, Frisörinnen, Nutten und Krankenschwestern – und blickt durch deren Augen auf unsere Welt.

Ein Projekt in Kooperation mit der JVA für FRAUEN PANKOW und dem KUNST & KNAST e.V.
Konzept und Realisierung:  KRZYSZTOF MINKOWSKI und DIRK MORAS
Ausstattung: KONRAD SCHALLER
Produktionsleitung: PARALLELWERK

Das Projekt wird gefördert von: Aktion Mensch / dieGesellschafter und Kunst & Knast e.V.

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Premiere: 20. November 2009 in der JVA für FRAUEN PANKOW
Weitere Spieltermine:
23.+25.+27.11. in der JVA für FRAUEN PANKOW (Arkonastr. 56 | S- / U-Bahnhof Pankow) Eintritt frei – Voranmeldung!
4.12. im BALLHAUS OST (Pappelallee 15 | U-Bahnhof Eberswalder Straße) Eintritt: 13 € | 8€

Einlass: 30 min vor Vorstellungsbeginn.

Der Besuch der Vorstellung in der JVA ist nur mit Voranmeldung an knasttheater at parallelwerk.de unter Angabe von Name und Adresse möglich. Bei Vorstellungsbesuch ist die Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses notwendig. Mitgeführte Gegenstände müssen in Schließfächern deponiert werden. Da die JVA Pankow aber nur über eine wenige Schließfächer verfügt, bitten wir aber, auf größere Gegenstände und Mobiltelefone zu verzichten.

Kein Nacheinlaß!

Wir danken der JVAF Berlin für die Ermöglichung und Unterstützung des Projekts. Den Mitarbeitern der JVAF Pankow danken wir für die Hilfe bei der Arbeit mit den inhaftierten Frauen und für ihre Geduld und ihr Verständnis angesichts der erheblichen Belastung, die das Projekt in der täglichen Arbeit verursachte. Kunst und Knast e.V. danken wir für die ideelle, organisatorische und finanzielle Unterstützung; der Aktion Mensch/die Gesellschafter für die finanzielle Förderung; der Mediatec GmbH und dem Orphtheater für die technische Unterstützung.„Ich habe eine Laus getötet. Eine nutzlose, ekelhafte, schädliche Laus. Die Macht wird nur dem zuteil, der es wagt, sich zu bücken und sie aufzuheben.“ (F. Dostojewskij)