Presse

»Dracula« (Mecklenburgisches Staatstheater | 2018)

»Zum Gruseln schön: Das Open-Air-Schauspiel im Schweriner Schloss begeisterte die Besucher. (…) Regisseur Krzysztof Minkowski [macht] aus dem Stoff genau das, was man in dieser Jahreszeit daraus machen muss: effektvolles Sommertheater. (…) Das trefflich ausbalancierte Spiel zwischen grausigem Geschehen und dessen witziger Unterminierung prägt die gesamte Inszenierung.«
Lübecker Nachrichten, 04.07.2018

»In der monströsen Geschichte aus Mythos, Abenteuer und ausbrechenden Leidenschaften, der Fusion von Sinnlichem und Übersinnlichem [zeigt] Sebastian Recks Dracula, Akteur und Erzähler, den Zwiespalt eines Getriebenen, der quält, weil er selbst gequält ist. (…) Komödiantisch bis zur Groteske und mit anschwellender Hysterie, die auch mal überbordet, blinken hier neben emotionalem Feuer die Gedankenlichter des Hintersinns der Geschichte, schwarzer Humor inklusive. (…) Sommertheaterspektakel fast zum Nachdenken.«
Schweriner Volkszeitung, 02.07.2018

»Beeindruckend agieren die Schauspieler. (…) Kurzweilig und leicht verging der Sommerabend.«
NDR, 02.07.2018

»Blut ist eben ein ganz besonderer Saft, auch darum hat dieser Stoff von Bram Stoker so viele Jahrzehnte lang die Zuschauer fasziniert. Das war auch in diesem Fall ein unterhaltsamer Grusel.«
Ostsee-Zeitung, 03.07.2018

»Animal Farm« (Saarländisches Staatstheater | 2018)

»In der Sparte 4 des Saarländischen Staatstheaters gelingt Regisseur Krzystof Minkowski eine sehr sehenswerte Bühnenfassung von Orwells „Farm der Tiere“ – auch dank eines vorzüglichen Ensembles…..Minkowskis Saarbrücker Version nimmt den Zynismus der Vorlage dankbar auf und reichert ihn, dank eines exzellent agierenden Ensembles (Anna Rieckhof, Barbara Krzoska und Marcel Bausch, die im Handumdrehen in immer neue Tier- und Erzählerrollen schlüpfen), mit reichlich Situationskomik auf. Wobei der Abend nie Gefahr läuft, in Klamauk zu kippen.«
Saarbrücker Zeitung, 11.03.2017

»The Cocka Hola Company«  (Ishøj Kultur Café & Sort/Hvid | 2017)

»THE COCKA HOLA COMPANY is a show for you who wants to be challenged, both in your aesthetic sense and in the way you look at art and the individual’s self-realization. It’s not a show you should see if you expect to feel a lot. And now I do not give stars, hearts or balloons. But I definitely think THE COCKA HOLA COMPANY is worth spending an evening on. Especially for you who love absurd and black stories.«
www.enturikulturland.blogspot.de, 27.10.2017

»All the four actors; Christine Gaski, Jonas Littauer, Malte Frid-Nielsen and Marius Bjerre Hansen go full frontal in their dissemination of the messages in the performance. Everything is spoken with words – brand words that describe the course of a porn movie – and they stand in line with housecoats and gold lame, screaming both action and emotions into the faces of the audience. And that particular grip is The Cocka Hola Companys big win. MATIAS FALDBAKKEN’s novel and the Stage of Dramatic Starting point are definitely a showdown with the petty-bourgeois reclamation of art and rebellion, and while one could well stem the performance as an “explicit performance”, it is also an elegant kick in the balls of our neat community off today.«
Casper Koeller, 22.10.2017

»The performance is based on Matias Faldbakkens kultroman of the same name. It is more current than ever before. It has been placed here in the hands of the Polish director Krzysztof Minkowski, whose staging is ingenious. He manages to make us listen to the charmless and unsympathetic characters…This little gem of a performance is hardcore and brutal and a new and liberating critique of today’s society.«
www.scenekanten.com, 23.10.2017

»Anschlag« (Heimathafen Neukölln | 2017)

»Harte Cuts in Beleuchtung und Ton setzt Krzysztof Minkowski, um seine Inszenierung ähnlich montageartig zu rhythmisieren wie Hoffmann seinen Text. Meist abrupt enden die eingespielten Musiktitel. Wechselt im Text die Sprecherposition oder Situation, blendet oft auch das Licht ab oder auf, in grelles Weiß bei den harten, schnellen Berichten oder den schonungslosen Reflexionen übers Altern; in sonniges Gelb beim Phantasieren der Islamisten vom Paradies; in ein (eher liebliches denn blutiges) Pink bei den Schilderungen des Massakers. Stimmig und souverän ist diese Inszenierung mit vier überzeugenden Schauspielerinnen.«
www.nachtkritik.de, 21.05.2017

»Beeindruckend ist dennoch, was der polnische Regisseur Krzysztof Minkowski und die vier sprechstarken Darstellerinnen aus dieser Perspektivkollage machen: ein Sprech-Oratorium, in dem sich die Einzelstimmen geschickt aus dem Chor lösen. Und durch ihre linienförmige Aufstellung, die sich choreografisch vor und zurück bewegt, teilen sie den Raum in Schichten wie die Gesellschaft in Vor- und Hintergründe. Ein inhaltlich angreifbarer, theatralisch guter Abend.«
Berliner Zeitung, 23.05.2017

»Die zwei Monddiebe« (Maxim Gorki Theater | 2016)


© RBB Fernsehen

“Zum Auftakt inszeniert Krzysztof Minkowski den gegenwärtigen Rechtsruck in Polen in lockerer Auseinandersetzung mit dem Märchenfilms “Die zwei Monddiebe”. Dessen kindliche Protagonisten – die Zwillinge Jacek und Placek, die den Mond stehlen wollen, um nie wieder arbeiten zu müssen – wurden 1961 frappierenderweise von Lech und Jarosław Kaczyński verkörpert. Die Koinzidenz liefert dem knapp fünfzigminütigen Solo ein Sprungbrett in heutige Vorstellungen von “Heimat”, wie sie die katholisch konservative Kaczyński-Partei “Recht und Gerechtigkeit” in Polen proklamiert. Mit wohlgetimter Wandlungsfreude bewegt sich die furiose Marta Malikowska in dieser One-Woman-Show durch EU-Skepsis und Heimatwehrideologie der Politeliten. Instruktiv und packend.”
www.nachtkritik.de, 09.10.2016

“Eine Plattform dafür schafft neben weiteren Premieren, Gastspielen und Hintergrundgesprächen zum Thema „Reclaiming Democracy“ auch die Reihe „Mythen der Wirklichkeit“. In der lief zum Auftakt das furiose polnische Stück „Die zwei Monddiebe“ von Regisseur Krzysztof Minkowski. Performerin Marta Malikowska erzählt darin entlang des titelgebenden Märchens – das einst mit den kindlichen Kaczynski-Zwillingen verfilmt wurde! – vom Polen der Gegenwart, einem Land, in dem „Recht und Gerechtigkeit“ einen mindestens zwiespältigen Beiklang bekommen haben. Den schönen Wörtern ist heute eben weniger denn je zu trauen. Siehe Demokratie.”
Tagesspiegel, 09.10.2016

“Bis zum Absturz bei Smolensk werden wir mit Wodka und einem Kulturprogramm versorgt. Es laufen Ausschnitte aus dem Film „Die Monddiebe“ (1962). Die beiden so aufgeweckten wie arbeitsscheuen und lausbübischen Titelhelden Jacek und Placek werden von den damals 12-jährigen Kaczynski-Zwillingen gespielt. Kommentiert wird das Ganze von einer unbezähmbar ausdrucksreichen Stewardess (Marta Malikowska), die uns Flugzeuginsassen mit Verschwörungstheorien, katholischen Hasspredigten, Gebeten für Großpolen, finsterstem Heimatgedöns die Zeit verkürzt, bevor wir alle in Absturzkrach und Qualm verschwinden. Polen schaffe seine Demokratie ab; zuerst habe die Justiz ihre Unabhängigkeit hergeben müssen, dann die Medien, nun sei die Freiheit der Kultur dran. „Wir haben Angst“, steht da, als der Nebel sich verzogen hat. „Wir brauchen eure Solidarität.“ Ein triumphaler Applaus − der das Absturz- Gedonner noch übertönte − war die Antwort. Schon diese Festival- Nebenreihe „Mythen der Wirklichkeit“ im Gorki-Studio eröffnete mit einer politischen Dringlichkeit und kämpferischen Widerborstigkeit, die Theater hierzulande zuletzt kurz vor der Wende einmal hatte”
Berliner Zeitung, 10.10.2016

»Tartuffe« (Theater Magdeburg | 2016)

»Die Inszenierung des Polen Krzysztof Minkowski steckt voller vitaler Aktualität. Sein „Tartuffe“ am Magdeburger Theater ist ein Erlebnis. (…) Während Orgon unter dem Einfluss des Betrügers nicht nur seinen Sohn Damis (sehr überzeugend Philipp Quest) verstößt, sondern sogar seine Tochter Mariane, von Sonka Vogt hervorragend in ihrer passiven Duldsamkeit zwischen Gehorsam und Liebe gespielt, mit Tartuffe verheiraten will, stellt der Rest der Familie eine Falle. Das ist die große Stunde der Iris Albrecht in der Rolle der Ehefrau Elmire, die den Nachstellungen des Tartuffe zum Schein nachgeben soll, während Ehemann Orgon im Nebenraum mithört. (…) In der Originalfassung des „Tartuffe“ von Molière wird der Frömmelnde letztendlich nicht nur entlarvt, sondern auch verhaftet. Das aber wollte Minkowski so nicht stehen lassen. Mit erhobenen Händen jagt in seiner Inszenierung Tartuffe die Familie aus dem Haus. Die Geste des Siegers: Die Niedertracht hat schließlich doch triumphiert! Aktueller geht es nicht.«
Volkstimme Magdeburg, 04.04.2016

»Welch ein Vergnügen, zwei Stunden Theater auf solch hohem Niveau zu erleben! Das Premierenpublikum hat am Samstagabend den Künstlern, die im Schauspielhaus Magdeburg Moliéres Komödienklassiker „Tartuffe“ zu einem Ereignis machten, mit langem, begeistertem Applaus gedankt. (…) Der Regisseur Krzysztof Minkowski hat das Theaterstück um den wohl berühmtesten Scheinheiligen der französischen Literatur ganz wunderbar in Szene gesetzt. Für Bühne und die Kostüme zeichnete Konrad Schaller verantwortlich, beides war passend und sehr originell sowie auch die von Micha Kaplan konzipierte Musik. Zu erleben war ein äußerst spielfreudiges, gut aufgelegtes Schauspielensemble. Das war großes Theater und das Thema selbst brisant und auch heute hochaktuell!«
Wochenspiegel, 04.04.2016

»Ronja Räubertochter« (Theater St. Gallen | 2015)

»Wie lächerlich der Räuberzwist tatsächlich ist, spielt Minkowskis Inszenierung genüsslich aus. In wechselnden Räuberrollen toben sich neben Boglárka Horváth und Matthias Albold auch Mark Rhiner, Nicolas Wild, Hermi Widmer und Katharina Schmidt prächtig aus und schlagen sich äusserst wacker (…) Gemeinsam ist das Ensemble links und rechts der Kluft, die sich durch die Mattisburg zieht (Bühne: Konrad Schaller), stark, selbstbewusst und lustig. Der einzelne im Wald aber steht allein da, unheimlichen Wesen ausgesetzt. Da zeigt sich, wer Hosenschisser ist und wer mutig. In ungekünstelter Weise hat Astrid Lindgren in «Ronja Räubertochter» auch eine Ode an die Natur gesungen. Eine Ahnung davon blitzt zwischen zupackenden Liedern und geharnischten Dialogen immer wieder auf.«
St. Galler Tagblatt, 16.11.2015

»Fräulein Smillas Gespür für Schnee« (Teater ved sorte Hest | 2015)

»You can not be anything but impressed with the energy discharge and quite brilliant radiance which the two actors manage to create. I sat with a profound sense of discomfort when they screamed and felt intimidated when they went close to the audience. I could feel their state of mind of my own body – and it was mega cool! And that’s precisely why you sometimes have to go to the theater instead of the cinema; for acting performance can hit you in a completely different way. I will certainly keep an eye on several pieces with the two actors, who managed to hold me curious through the piece 90 hot minutes«
www.lovecopenhagen.com, 11.06.2015

»Mille Maria Dalsgard and Jonas Littauer play all the roles without stage and costume change and without other instruments on stage than a drum, an electric guitar, a keyboard, a stool and a microphone stand. But what a drama that played out before the eyes of the audience. I was gripped by heart, and here the next day, i ask myself the question, how can two such different civilizations like the Greenland and Danish meet? The show will have five out of six stars – the fifth star is given to Mille Maria Dalsgaard. The play was premiered at the “Teatret ved Sorte Hest”, but come later in the year and in early 2016 on tour in Denmark«
Seniorbladet, 11.06.2015

»It is the actors’ emotional outbursts that are blazing desperate. Theatre-wise, they are so far from living realism as you can get it. And they move the audience into the novel sensory explosion. The run actress Mille Maria Dalsgaard mastered the strange art of keeping the face completely neutral or hysterically smiling, no matter what horrors her mouth says. And the sensitive Jonas Littauer follows with appealing softness in its rock singer’s body, while his mouth is working in turbo speed«
Information, 13.06.2015

»On stage, the two brilliantly talented actors; Mille Maria Dalsgaard and Jonas Littauer. And they catch the audience from the first second. The timing works every time, and it’s a real pleasure to see how they slide in and out of the many roles, how their interaction grows into each other, and the intersection of dialogue, monologue and sharp lyrics are impressive. ‘Smilla’s Sense of Snow’ rips his audience on a dramatic journey through the whole emotional register. It is intense and the story is incredibly sharp. It is a pleasure to see two actors who master the craft so thoroughly that here.«
www.kulturtid.dk, 12.06.2015

»I am quite surprised how current is Peter Hoeg’s novel written 1992. Bille August’s film adaptation of 1997 focused on the suspence curve, this theater version on the novel’s polemic messages. “The Dramatic Starting Point”, which last year had great success with their staging of Knud Romer’s ‘Den som blinker er bange for døden’, has staged the book as equal parts punk concert and detective story. It is a good idea. The two actors Mille Maria Dalsgaard and Jonas Littauer slings words out of our heads as fragments of a bitter history that for too long have been silenced. With howling electric guitar, a very angry drums they play at the same time all the roles in the colorful gallery of characters, from full Greenlanders Danish oppressors, policemen, priests and scientists..«
Politiken, 15.06.2015

»Hexenjagd« (Theater St. Gallen | 2015)

»Im Zentrum der Inszenierung von Regisseur Krzysztof Minkowski steht das Grundgefühl der Angst, die solche Hysterie nährt und abergläubisches Misstrauen in schonungslose Taten kippen lässt. Dabei geht es ihm nicht um psychologischen Realismus. Die Figuren schreien ihre Angst heraus, brüllen, toben.(…) Getragen wird das Stück von der ausgezeichneten schauspielerischen Leistung des ganzen Ensembles: Tobias Fend als fanatischer Pfarrer sowie Wendy Michelle Güntensperger, Boglárka Horváth, Danielle Green, Tim Kalhammer-Loew, Christian Hettkamp, Meda Gheorghiu-Banciu, Marcus Schäfer, Silvia Rhode, Luzian Hirzel und Oliver Losehand.«
www.seiten.ch, 30.03.2015

»Durchwegs stark sind die schauspielerischen Leistungen: Fast schon diabolisch geniesst Oliver Losehand seinen Auftritt als Reverend Hale, der als Teufelsexperte nach Salem gerufen wird. Bauer John Proctor, eindringlich gespielt von Marcus Schäfer, durchschaut die Lügen und vorgetäuschten «Anfälle» der Mädchen. (…) In der bewegenden Schlussszene lässt sich der zum Tod verurteilte Proctor von seiner Ehefrau (hervorragend: Boglärka Horväth) widerwillig zum «Geständnis» überreden. Zuletzt aber zerreisst er das Papier und verzichtet auf die Begnadigung, um als aufrechter Mann zu sterben. „Jetzt hat er seine Würde“, sagt seine Frau Elizabeth, „verhüte Gott, dass ich ihm die nehme“«
Bieler Tagblatt, 30.03.2015


© art-tv.ch

»Richard III« (Theater Konstanz | 2015)

»Herausragend Natalie Hünig, die Lady Anne als gebrochene Trauernde, dann als machtliebende Richard-Gattin gibt, dazwischen im olivgrünen Overall und mit der Waffe im Gürtel den Gehilfen Catesby, der für ein bisschen Macht bereitwillig sein Gehirn abgibt. Und zwischen allen: Beckords Richard. Er verzieht das Gesicht zur ironischen Grimasse, schleimt und schmeichelt, da stimmt jede Geste. Minkowski führt seine Darsteller eng und genau. (…) Man weiss bald, was passieren wird, wenn ein Opfer zur Trinkflasche mit Theaterblut greift. Wieder wird einer erschossen (da gibt es viele Varianten), mit dem Hammer erschlagen, erwürgt, erstochen, oder ihm wird der Schädel aufgebohrt. Dazu werden Gedärme geworfen und Hirn gefressen.«
www.nachtkritik.de, 31.01.2015

»Theater Konstanz verhandelt mit Shakespeares Drama „Richard III.“ exzellent die Mechanismen der Macht (…) Diesen „Richard III.“ treibt kein exponierter Kotzbrocken voran, der Krieg ist ein Dauerzustand, fein herausziseliert als Krieg zwischen Geschlechtern und zwischen Konkurrenten. Als moralische Instanz hat die Kirche jegliche Glaubwürdigkeit verloren, wir blicken auf Böses, das sich – als großartige Ensembleleistung der in verschiedenen Rollen eingesetzten Schauspieler – jegliche Faszination verbietet. Leerlauf entsteht dennoch keiner, denn die kleinen Mechanismen des Machtkampfes werden umso deutlicher, je pointiert banaler die optische Ausformulierung der Grausamkeit oder Horrorszenarien ausfällt.«
Vorarlbergernachrichten, 02.02.2015

»Aber dann ist da Ralf Beckord, der in seiner Rolle als Richard mit seinem grandiosen Spiel alle Unebenheiten, alle Grobheiten der Inszenierung vergessen macht. Von der ersten Sekunde an verkörpert er während des zweieinhalbstündigen Abends das menschgewordene Böse. Aber er tut es nicht als unnahbares Monster, sondern lässt das Publikum ganz nah an sich heran, weiht es ein in seine finsteren Pläne, macht den Zuschauer zum Mitwisser, vielleicht sogar zum Sympathisanten. In seinen Augen blitzt sie auf, jene teuflische Intelligenz, die Richard in jeder unvorhergesehenen Situation blitzschnell zu seinem Vorteil reagieren lässt. (…) Langer, dankbarer Beifall des Publikums für eine kurzweilig spannende Inszenierung mit Ecken, Kanten, Brüchen und Unstimmigkeiten und einem überragenden Schauspieler in der Titelrolle.«
Südkurier, 02.02.2015

»Im Mittelpunkt jedoch, im Zentrum des Geschehens immer Richard III, wie von Shakespeare vorgesehen. Ralf Beckord also. Der sich die Seele aus dem Leib spielt. Wenn schon Schurke in einer Welt der Schurken, dann der beste. Kalt und berechnend. Teuflisch und allzu menschlich. Skrupellos und schmeichlerisch. Überzeugend und faszinierend, zeigt er, wie auch Richards Seele auf der Strecke bleibt. Shakespeares Königsdrama ist keineswegs von Gestern. Eindrücklich zeigt das Minkowskis Inszenierung am Theater Konstanz.«
Kultur, 05.02.2015

»Hamlet« (Nationaltheater Mannheim | 2014)

 


© Rhein-Neckar-Fernsehen


© SWR Fernsehen

»Krzysztof Minkowski, der unter anderem in der JVA Berlin Pankow als Regisseur tätig war, weiß aufgrund früheren Einsätze, wo die Fallstricke bei so einer Arbeit liegen könnten. Es ging ihm nicht um eine weiterführende Arbeit mit Insassen und auf keinen Fall um Remini-Theater mit Experten eines ganz speziellen Alltags.«
Theater Heute, Oktober 2014

»Hamlets Monolog nimmt in der Regie von Krzystof Minkowski eine harte aber beeindruckende Wendung: Den Totenkopf trägt der finstere Held nicht in der Hand, sondern in Metall auf der Rocker-Gürtelschnalle und um “Sein oder Nichtsein” geht es ihm weniger: “Ich habe etwas Gefährliches in mir, vor dem ihr euch in Acht nehmen solltet. Ich werde mich nicht anpassen. Ich werde zerstören, weil ich zerstört bin. Der Rest ist Schweigen.” Danach kann nichts mehr oder nur noch eines kommen: großer Applaus für die sechs Darsteller und das Regieteam. Und für eine Leistung, die aller Ehren wert ist und jeden Aufwand und jede Mühe lohnt.
www.morgenweb.de, 27.06.2014

»Dieser dunkle Prinz schwankt derart zwischen Aggression, Depression und Liebeswahn, dass er schon früh gefragt wird: “Hamlet, bist du bescheuert?” Der raue Ton passt zu dem immer stärker werdenden Chaos aus familiären Machtspielen, korrupter Politik und Suche nach dem Sinn des Daseins. Dabei wird die Unübersichtlichkeit des Lebenslabyrinths auch durch wirre Video-Einspielungen (Marcela Snaselova) und dröhnende Metal-Musik transportiert – im Finale läuft der Pixies-Song “Where Is My Mind” aus der Endsequenz des Thrillers “Fight Club” von David Fincher.«
Rhein-Neckar-Zeitung, 27.06.2014

»Die gesamte Vorstellung atmet ein Klima der Aggression, meist von zurückgestauter, bisweilen von offen ausbrechender Gewalt. Hier trägt Hamlet schwarze Hose, schwarzes ärmelloses T-Shirt, und seine silberne Gürtelschnalle besteht aus einem Totenkopf. Mit seinem Freund Horatio. der schwarze Hautfarbe hat, verbreitet er Anst und Schrecken in seiner kriminellen Familie. Und die Moral? Die ganze Gesellschaft ist kriminell. Nur dass die einen im Gefängnis sitzen und die anderen frei herumlaufen.«
Die Rheinpfalz, 28.06.2014

»Pflicht oder Wahrheit« (Theater St. Gallen | 2014)

»Während die Dialoge schnell und zugespizt sind wie in einer zeitgemässen Jugend-Version der Komödie “Harry und Sally” (liebesecht markierte Orgasmen inklusive), gibt es immer wieder Atempausen – Momente, die tiefer blicken lassen. In dennen Peinlichkeit erlaubt ist, weil doch Gefühle auf dem Spiel stehen und Grenzen berührt werden«
St. Galler Tagblatt, 02.05.2014

»Hamlet« (Teatr Ludowy | 2014)

»Minkowskis “Hamlet” ist ein wenig wie Ophelias Schrei, der hoch über die Zuschauerreihen schwebt, um dann in einer Nichtexistenz zu verschwinden, sich auszuruhen in einer Stille, die zu tiesten Reflektion zwingt«
Teatr dla Was, 25.04.2014

»Wer blinzelt hat Angst vor dem Tod« (Teater Momentum | 2013)

»Der polnische Regisseur hat in seiner Vita erfolgreiche Inszenierungen in Deutschland und in der Schweiz und war diese Saison zum ersten Mal am Teater Momentum. Er bringt Erneuerung für die dänische Theaterlandschaft – eine Erneuerung, nach der die dänische Theaterbranche sich sehnt, während hier manchmal eine Inszenierung von »Jeppe vom Berge« gemacht wird. Wenn du Knud Romers Schreibstil magst, ist diese Inszenierung ein Muss. Wenn du Geschichteerzählungen magst, ist diese Inszenierung ein Muss. Wenn du Theater magst, das nicht wie das Übliche in Dänemark ist, ist diese Inszenierung ein Muss.«
Morten Hede,

»Diesen wortwahnsinngien Roman von zwei bemerkenswerten Charakteren spielen zu lassen und dabei einen sinnstiftenden Kontext zu erhalten, ist eine theatrale Herausforderung. Aber am Ende gewinnt diese Entscheidung, weil spürbar wird, dass die zwei Schauspieler es schaffen, in die Tiefen der Seelen von Knud Romer und seiner Mutter einzutauchen. Ob es der Wahrheit nahe kommt, weiß nur der Autor. Aber dieser hat den Roman so kraftvoll geschrieben, dass er aus persönlichen Gründen die Premiere nicht erleben wollte.«
Fyens Stifttidende, 4.05.2013

»Littauer und Dalsgaard bauen die Figurengalerie mit festgefrorenem Lächeln, mit Schrecken, Grausen, Verbitterung, Wut, Leere, Furcht, Freude, Liebe, Zärtlichkeit, Feindseligkeit und beharrlicher Siegessicherheit, die sich nicht nur in ihren Blicken, sondern sich auch vibrierend präsent im ganzen Körper zeigt. Manchmal gehen die beiden Schauspieler mit ihrer Körpersprache mit dem Text, manchmal gehen sie gegen den Text. Doch das ganze Stück hindurch gestalten sie ihre Rollen so, als ob sie selbst besessen und vergewaltigt worden wären durch die rassistische Unterdrückung, die Knud Romer erlebte. Die schauspielerischen Leistungen, vor allem Dalsgaards, sind herausragend.«
Aarhus Stiftstidende, 08.05.2013

»Das Stück ist hochaktuell mit der dänischen Kleinkariertheit, dem latenten Kleinrassismus und Ausstossung der Gesellschaft für die, die „raus stechen“. Der polnische Regisseur Krzysztof Minkowski hat an der Theater Schule mit dem verpflichtenden Namen Ernst Busch studiert, sowie der Schauspieler Jonas Littauer. Die Schule wurde von Bertolt Brecht gegründet in der DDR kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Mille Maria Dalsgaard hat auch in Berlin studiert, sowohl Schauspieler als auch Regisseur sind also mit der „doppelten nationalen Identität“ vertraut. Das Stück ist hervorragend in allem. Die Geschichte, die Schauspieler, die Regie, die Inszenierung. Das Ganze. Ein schöner Abend im Teater Momentum. Momentan wird verhandelt ob das Stück demnächst in Kopenhagen zu sehen sein wird.«
Dagbladet Arbejderen, 10.05.2013

»Der preisgekrönte Roman von Knud Romer über die romersche Kindheit als Sohn von einer deutschen Mutter in einem beengenden Nachkriegs Nykøbing Falster bekam, als er erschien, vielerlei Presse und wurde – für dänische Verhältnisse – sehr gut hier und im Ausland verkauft. Der polnische Regisseur Krzysztof Minkowski hätte das Stück naturalistisch mit gefühlsbeladenen Dialogen á Matador (sehr berühmte historische dänische Fernsehserie), aber entscheidet sich stattdessen für den Text und sucht darin die Stringenz für die Inszenierung mittels Aufrufe, Radiotheater und Poetryslam.«
Sommerglaede.dk, 3.05.2013

»Dämonen« (JVA Charlottenburg | 2012)»

Lebadkin platzt fast vor Hass auf seine behinderte Schwester. Er schreit und spuckt, hält mit hochrotem Kopf einen langen Monolog, in dem sich seine ganze Wut auf die »verkrüppelte Schlampe« entlädt, die nichts kann, außer ihn zu nerven und Chaos zu verbreiten. »Eines Tages mach’ ich sie platt«, droht er und stampft zur Veranschaulichung einen Karton zu Brei, während seine Kameraden jubeln und klatschen. Adrian Schäfer spielt diesen Wüterich mit Verve und Talent. Er ist einer der neun Charaktere aus dem Stück »Dämonen«, das die Regisseure Moras und Minkowski zusammen mit dem aufBruch-Gefängnistheater in der Justizvollzugsanstalt Charlottenburg inszeniert haben.«
Neues Deutschland, 23.11.2012

»Der Terror richtet sich keinesfalls „nur“ nach Außen auf eine imaginäre Gesellschaft als Feind, sondern führt gleichfalls die Aggressionen der Mitglieder unter einander vor. Wer nicht „das Mädchen mit dem blöden Blick in der ersten Reihe“ mit einer Holzlatte schlagen will, nicht dazu imstande ist, wird ausgeschlossen, ist nicht mehr für die Zelle zu gebrauchen. Das wird eindrucksvoll und höchst bedrückend in einer Pantomime zum Thema aus Peter Tschaikowskys Schwanensee vorgeführt. Warum schlägt er nicht zu? Stattdessen zittert die Lippe wie bei Dostojewskijs Goljadkin. Ist das jetzt eine Memme? Oder ein Widerstand gegen den (Test-)Befehl von Fedjka Katschorny (Nikolai Plath) aus Menschlichkeit? Spricht durch das hochemotionale Schwanensee-Thema die Tragik der Gewalt?«
www.nightoutatberlin.jaxblog.de, 25.11.2012

»Idioten« (Luzerner Theater | 2012)

»Diese Spielanlage ist prädestiniert für ein lustvolles Bühnenspektakel, das die ganze Palette vitaler Aktionen erlaubt. So wird in der Aufführung auf der kleinen Bühne des Luzerner Theaters wacker getobt, gestöhnt, gepinkelt, gesaut und herumgerannt. Das Ensemble legt sich spastische oder nuschelnde Ticks zu, mit denen es beispielsweise einen Kellner, einen Werksleiter oder Stoffers Onkel Svende verwirrt. (…) Regisseur Krzysztof Minkowski lässt die Schauspieler ihre wilden Emotionen auf der karg eingerichteten Bühne ausleben. Dabei lassen sie auch die Hüllen fallen für ein tumbes Badeballett, das in die Prozession einer Schar fröhlicher Idioten mündet. In Zeitlupe paradieren sie lachend und feixend vor den Zuschauern und wirken dabei echt wie aus dem TV. Das achtköpfige Ensemble agiert meist als geschlossene Gruppe und integriert nahtlos, ohne Kostümwechsel, auch die Rollen der auftretenden Normalos. Alle Grenzen verfließen.«
Nachtkritik.de, 26.08.2012

»Lars von Triers Film ‹Idioten› von 1998 wurde kontrovers aufgenommen, gefeiert wie skandalisiert. Er ist eine Provokation. Eine Gruppe nistet sich in einem Haus ein und sucht nach dem ‹inneren Idioten›, spielt Behinderte, um der eigenen Normalität zu entfliehen, gleichzeitig sieht sich ihre Umgebung, die Gesellschaft, mit ihrem Verhalten gegenüber Behinderten konfrontiert. Die Gruppe kommt an ihre Grenzen, hält die eigene Provokation nicht aus, fragt nach der Berechtigung ihres Tuns, zerbricht am Ernst, der sich unversehens aus Unernst und Spiel entwickelt. Das Stück nach diesem Film, das im UG des Luzerner Theaters als Schweizer Erstaufführung gespielt wird, zeigt wie der Film beide Ebenen. Die Schauspieler stellen sich mit ihren Rollennamen vor, erzählen, wie sie sich ins Experiment stellten, und wechseln in ihre Rollen zurück. Beides auf Armlänge vom Publikum entfernt. (…) Marie Ulbricht als Susanne und Juliane Lang als Katrine wechseln am leichtesten zwischen den Spielebenen. Hajo Tuschy gibt den Stoffer leicht exaltiert, Christian Baus den Henrik mit jener Komik, die den Grat böser Verspottung streift. Jürg Wisbach markiert zurückhaltend den Grenzgänger, Samuel Zumbühl übertreibt nach Kräften, und Marie Gesien vermag als Karen ihre Wandlung von der Aussenseiterin zur vom Experiment Veränderten glaubhaft zu zeigen.«
Neue Luzerner Zeitung, 27.08.2012

»Die Luzerner ‹Idioten›, inszeniert von Krzysztof Minkowski (‹Invasion› am selben Ort 2011), folgt in vielem der filmischen Vorlage, Lars von Triers Werk von 1998. Ein Film ist ein Film und ein Schauspiel ein Schauspiel. Hier ist alles näher, direkter, unverstellter. Szenenwechsel erfolgen fliessend. Und einzelne der Darstellenden haben weitere Rollen zu übernehmen, Kellner, Werksleiter, Onkel, die Dame von der Gemeinde, zwei Hauskaufinteressenten, Katrines Vater. Und sie selber, die Rollen, fallen aus ihren Rollen, dann, wenn vom idiotischen Aktivismus in den Reflexions-Modus gewechselt wird, wenn sie eine Aktion und ihr Tun überhaupt nachbereiten. Die Inszenierung holt vieles, das Beste, aus dem knappen Spielraum heraus und arbeitet auch mit Reduktionismus und Stilisierungen. Wer den Film kennt, trifft also auf vertraute Szenen. Eine Kenntnis des Films wird aber keineswegs vorausgesetzt. (…) Am Ende, klar, heisst es ‹Utopie ade›, muss das Experiment scheitern. Nicht aber diese dichte Inszenierung mit ihrem intensiven Spiel, mit der Spielfreude auch, wo viel Komik ohne Denunziation des echt Idiotischen drinsteckt.«
Kulturteil.ch, 26.08.2012

»Störend – aber auf gewollte Weise – ist die intime Ansprache des Publikums: Die acht Darsteller nehmen Einzelne der etwa 60 Zuschauer gezielt ins Visier, versuchen ihnen Basteleien zu verkaufen oder simulieren in direktem Blickkontakt Orgasmen. Vielmehr als ungemütlich ist das freilich nicht. «Idioten» sagt nicht wirklich etwas aus über den Umgang der Gesellschaft mit den Schwachen. Das Stück karikiert vielmehr eine wirtschaftlich gut gestellte Menschengruppe, der nichts zu blöd ist, um darin den verlorenen Lebenssinn wiederzufinden«
Luzerner Zeitung, 26.08.2012

»Dabei bleibt das Stück nah am Film, wirkt aber direkter, das Publikum wird angesprochen, miteinbezogen. Das ist zunächst ein wilder Spass mit einer Messerspitze Verstörung. (…) Fragen werden aufgeworfen, das kontroverse Potential von von Triers Vorlage belebt. Minkowski ist es gelungen, diese zu verdichten, das intensiv agierende Ensemble tut sein Übriges, dass zumindest das Experiment Bühnenadaption gelingt.«
boleromagazin.ch, 26.08.2012

»Immer wieder wird versucht, die Zuschauer mit der Realität zu konfrontieren. Spätestens beim Betreten eines Jungen, der tatsächlich schwerbehindert ist, wird die Illusion der Theaterwelt zerbrochen. Warum lachen wir, wenn sich jemand auszieht, aber werden ganz ernst, wenn ein Schwerbehinderter vor uns steht? Wie und weshalb wir so reagieren, ist uns manchmal nicht ganz klar. Dies versucht Regisseur Krzysztof Minkowski in seiner Inszenierung vor Augen zu führen. Einerseits schafft das Theater eine gewisse Distanz, durch welche wir in der Lage sind, uns kritischer mit diesen Fragen auseinanderzusetzen«
tink.ch, 4.09.2012

»Der Prozess« (JVA Charlottenburg | 2011)

“Weil sich reale und fiktive Elemente in diesem »Prozess« vermischen, geht dem Zuschauer die Orientierung ähnlich verloren wie dem Protagonisten Josef K. in der literarischen Vorlage. Obwohl Moras und Minkowski den komplex konstruierten Roman auf eine Revue-Fassung kondensierten, die dank der Originalität der Akteure auch Gelächter provoziert, werden sie ihm dennoch gerecht. Kafka kann Spaß machen – das ist die vielleicht verblüffendste Erkenntnis dieses Abends. Neuigkeitswert hat auch die Tatsache, dass das Regieduo die logistische Kompetenz der Knasttheatergruppe aufBruch nutzen konnte und aufBruch selbst sich mit dieser neuen Produktionsform ästhetisch anders positioniert. »Das ist eine Win-win-Situation für alle«, meint Minkowski. Dem ist, auch bezogen auf die Zuschauer, zuzustimmen”
Neues Deutschland, 28.11.2011

“Der einzige mediale Einsatz ist ein Keyboard und eine Videoprojektion an der hinteren Bühnenwand, die Einblick gewährt und Transparenz schafft. Vitaly fragt sich, um was es in dem Stück eigentlich geht, denn „ich verstehe das ganze Stück einfach nicht. Warum fickt der Opa in der einen Szene die Wand?“. Diese Darsteller müssen sich nicht verstecken, auch wenn sie dies momentan Tag ein Tag aus hinter den Mauern der JVA Charlottenburg machen müssen. Das Stück ist so gut wie seine Schauspieler und diese berühren mit ihrer Authentizität.”
www.artberlin.de, 24.11.2011

“Auch Ugur Türün hat das Zeug zum Profischauspieler. Sein türkisch-deutscher Mutterwitz verhilft dem Stück zu Volksnähe und läßt das Publikum toben. Als Kafkas aus dem »Prozeß« abgeleitete Novelle vom Türsteher zitiert wird, empört sich Türün: »Ja, da hat ihn dann doch der Türsteher betrogen!« »Nein, das verstehst du nicht, das ist anders gemeint, so kann man das nicht sagen.« »Na klar, Mann, da hat ihn der Türsteher betrogen!« Das könnte eine Auslegung im Sinne Kafkas sein, der diesseits von literarischen Symposien verstanden werden wollte. Die Mühsal der Entrechteten hat er geschildert, ihr Ausgeliefertsein angeprangert. Und als Jurist in seiner Versicherungsanstalt versuchte er, Arbeitsschutzgesetze für Industriearbeiter durchzusetzen, wie sie gerade wieder Stück für Stück abgeschafft werden. Wie sollte Kafka da nicht aktuell sein?”
Tageszeitung Junge Welt, 5.12.2011

“Ein Chance, laut Arschloch, Fotze und Ficken zu schreien, auf deutsche, auf türkische, auf menschliche Borniertheiten bestimmende Lebenslagen zu schimpfen und sich danach eben nicht abzustechen, sondern die Hand zu geben, sich zu gratulieren, dass man da als Mensch doch ein Stück weitergekommen ist. Und sei es nur das Stück aus der grauen Zellentristesse heraus. Ganz großes Theater.”
(www.sounds-like-me.com, 5.12.2011)

“Die meisten Darsteller spielen zum ersten Mal Theater. Atwy stand schon einmal in der Grundschule auf der Bühne. Sie alle agieren, als wären sie Profis. „Leider ist es genau dieses Talent, das einige von ihnen hier hineingebracht hat“, sagt Anstaltsleiter Robert Savickas.”
Märkische Allgemeine, 2.12.2011

SWR 2

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Multicult Fm

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»Invasion!« (Luzerner Theater | 2011)

»Ein Theatererlebnis, das eine breite Palette von Empfindungen und Eindrücken bedient, beginnt. Mal ist man peinlich berührt, oder gar etwas genervt, wie als zwei Migranten wahllos Leute aus dem Publikum ansprechen, anmachen oder beleidigen. […] Die Veranstaltung war ausverkauft. Dies prophezeihe ich auch für die restlichen. […] ‹Invasion› ist ein dramatisches Euphorikum, das man sich reinhauen sollte!«
PABLO HALLER | 20.05.2011 | www.kulturteil.ch

»Das Luzerner Theater wartet mit einem neuen, grossartigen Stück zur Integrationsdebatte auf. ‹Invasion› ist ein genialer Theaterabend.[…] Knapp 90 Minuten beste Unterhaltung, Spannung, Sprachwitz aber auch Tiefgang, Verzweiflung und Empörung machen ‹Invasion› zu einem der gegenwärtig knackigsten Theaterabende zwischen Bellinzona und Basel. […] Die Erzählstränge verlaufen raffiniert, werden übereinander gelegt, ineinander verflochten und prallen doch immer wieder aufeinander. Intensiv! Hervorragende Schauspieler bieten ein hervorragendes Stück. Insbesondere Daniela Britt könnte man gut und gerne noch zwei weitere Stunden zusehen und zuhören. Aber auch die drei ‹Jungs› Nicolas Batthyany, Hans-Caspar Gattiker und Hajo Tuschy treiben ‹Invasion› mit ihrer Schauspielkunst gekonnt voran. […] Theater in seiner Bestform!«
ART-TV, 20.05.2011

»Darsteller rauschen rasant durch lose verwobene Szenen. Leitmotiv und Leerstelle ist ein arabischer Name: Abulkasem.[…] Und wenn dann der bravouröse Hajo Tuschy als Prolet im pinkfarbenen Pornohemd eine ‘Söder-Frau’ anbaggert, eine Studentin aus dem trendigen Stadtteil Södermalm, dann ist das ‘Koma Abulkasem’.«
Basler Zeitung, 20.5.2011

»Sein Stück «Invasion!» handelt von entgleitenden Identitäten, von der Konfrontation des Fremden mit dem Eigenen, konfrontiert mit Klischees und Vorurteilen. Es zeigt die alltägliche Geburt von Paranoia und die Arroganz der Selbstbehauptung.[…] Der polnische Regisseur Krzysztof Minkowski (30) hat das Stück auf der Bühne von Konrad Schaller und in den Kostümen von Birgit Künzler als fulminant witziges Spiel mit falschem Sein und wahrem Schein inszeniert. […] Die vier Schauspieler, allen voran die hinreissende Daniela Britt, glänzen in wechselnden Rollen und verblüffen mit bodenlos witzigen Spiegelfechtereien zwischen Täuschung und Entdeckung. Sie zielen aufs Publikum und werfen mit Schimpfwörtern um sich, dass es keine Art hat: Dieser bedrängende Spass ist ein böser Kampf, die Moral des Lehrstücks ist das Erschrecken.«
Neue Luzerner Zeitung, 20.5.2011

»Die Gratwanderung zwischen Satire und Drama gelingt, nicht zuletzt dank der hervorragenden Leistung der Schauspieler des Luzerner Theaters. Nur zu viert teilen sie sich die verschiedenen Rollen, hüpfen leicht und überzeugend von der einen zur anderen Figur. Die Inszenierung des Gastregisseurs Krzysztof Minkowski ist bescheiden gehalten und gerade deswegen stark. Sie lässt dem Stück und den Schauspielern allen Platz, sich zu entfalten.«
SRDRS, Regionaljournal Zentralschweiz, 19.5.2011

»Europa und den Off-Broadway hat Jonas Hassen Khemiris «Invasion!» schon erobert, nun ist das Stück am Mittwoch im Theater Luzern zur Schweizer Erstaufführung gelangt: eine raffiniert-witzige Farce über Terror-Paranoia und die Gruppendynamik unter jungen Immigranten.[…] Nach dieser munteren, hochkomischen Szene, schliesst ein trauriger Monolog über Mustafas weiteres Schicksal den Abend ab. Allein schon mit dieser Überführung der Stimmung von übermütig in nachdenklich beweist der schwedisch-tunesische Autor sein gutes Gespür für dramatischen Rhythmus.«
SDA, 19.5.2011

»Dramatiker Jonas Hassen Khemiri aus Stockholm ist Sohn einer schwedischen Mutter und eines tunesischen Vaters. In seinem Stück «Invasion!» mixt er virtuos die Erfahrungen eines Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit den gängigen Klischees die über den Islam, Kopftücher, Parabolantennen und terroristische Einheiten kursieren. Dabei nimmt Khemiri nicht nur sich selbst und die Absichten integrationswilliger Gesellschaften auf die Schippe, sondern auch das Theater selbst. […] «Invasion!» ist ein scharfsinniger, abgründiger Text. In den Dialogen knallig und plakativ entwickelt Khemiris Sprache fast eine lyrische Wucht. Davor scheint man am Luzerner Theater fast gut gelaunt zu kapitulieren. Krzysztof Minkowskis Inszenierung bietet viel Schabernack und Secondo-Slang à Diskretion.«
DRS 2, aktuell, 19.5.2011

»Ilias« (Heimathafen Neukölln | 2010)

»Es ist kein Mitleidstheater, kein Ausstellen von „Opfern“, da werden Parallelen gefunden zwischen der Antike und der Gegenwart, Laien und Profis sind so gut zusammen, wie es selten der Fall ist und alles wird gezeigt, wie es wohl immer ist: der Krieg und Angst und Vertreibung und Verlust, aber dazwischen wird gesoffen und getanzt und geweint und immer noch erzählt und immer noch gelacht und immer noch geliebt.«
LAURA NAUMANN | 16.07.2010| Kaltstart Festivalzeitung

»Troja vernichten, lautet Agamemnons Befehl. Zu Rumba feiert ausschweifend dort die Königsfamilie. Man hasst Helena, erfährt man, weil bereits Tausende ihretwegen starben. Paris beruft sich auf Liebe als Grund für seinen Raub, Helena als Mann in Verkleidung sieht dümmlich weniger Spannungen in der Familie – während die ihr Getränke ins Gesicht gießt. Spätestens hier greift ein Stückkonzept, das Parallelen zwischen dem Krieg um Troja und einem der unsinnigsten Kriege des 20. Jahrhunderts sieht: dem im früheren Jugoslawien. Helena lebt plötzlich ebenso als Fremde in einer Mischehe, wie es sie auf dem Balkan lange friedvoll unter Serben, Kroaten, Bosniern gab. Vertrauensbruch, schreit Helena, treibt Paris zur Rettung der Stadt in den Kampf. […] Selbst wenn die Inszenierung modische Klischees feiert, etwa Reden ins Mikrofon, um das Wort zur amtlichen Verlautbarung zu erheben, verleiht sie doch dem antiken Mythos eine brisante Aktualität. Authentisch wird sie durch jene Amateuraktricen um die 50, die Krieg am eigenen Leib erfahren, nach Verlust des Ehemanns und abenteuerlicher Flucht in Berlin eine neue Bleibe gefunden haben. Die »Ilias« in dieser Lesart ist Anklage von Krieg schlechthin.«
VOLKMAR DRAEGER | 30.03.2010 | Neues Deutschland

»Im Gegensatz zu den Soldaten, die mit professionellen Schauspielern besetzt die Szene beherrschen und souverän zwischen Versmaß und Alltagsslang switchen, bleiben die Bosnierinnen fremd auf dem Kriegsschauplatz wie auf der Bühne. […] Das aber reicht nicht, auch wenn es ja nie so ist, wie immer wieder behauptet wird, dass Laien nur auf die Bühne gestellt werden, um Authentizität zu garantieren. Im Gegenteil verleihen sie immer zuallererst die ganzen Künstlichkeiten der Bühne in schöne, spröde Sichtbarkeit.«
DORIS MEIERHENRICH | 01.04.2010 | Berliner Zeitung

»Verbrechen und Strafe I« (JVA Pankow | Ballhaus Ost Berlin | 2009)

Motor Fm

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»Gesänge aus 1001 deutschen Nacht« (Anhaltisches Theater Dessau | 2009)

»Die furchtlose Freude, mit der Susanne Hessel und Lisa Kudoke, Mario Janisch, Jan Kersjes und Mattieu Svetchine gegen die Leere und die Lethargie ansingen, überträgt sich als positive Energie auf das Publikum. […] Es ist eine Landnahme, die von Station zu Station besser funktioniert und auch die Dessauer Museumskreuzung, das Rathaus-Center und schließlich das Alte Theater erreicht. Dort endet dieser ersten Tag der neuen Ära mit einem Stück nach Einar Schleef, dessen Titel “Abschlussfeier” wie ein Paradoxon wirkt.«
ANDREAS HILLGER | 03.10.2009 | Mitteldeutsche Zeitung

»Einen Anstaltstag lang darf das Publikum an deutschen Melodien, welche die deutsche Geschichte schrill illustrieren, lustvoll leiden. […] Schon der Therapiesong aus Guruhand zeigt süßlich dröge, wie offen die geschlossene Abteilung eigentlich ist. Willkommen im Irrenhaus zur Einzel-Therapie, welche en passant auch die Neuen im Schauspielensemble vorstellt. […] Auch der Chor der Idioten klingt nahezu berufen, nicht erst zur coupletselig rasanten Zugabe „Meine Freiheit, deine Freiheit“ von Georg Kreisler. Aus der Kaiserhymne stieg Kersjes in lichte, knabenhafte Höhen, aus denen gut zu fallen ist, hinein in ein ohnehin klinisch rein gestaltetes Foyer, welches Ausstatter Konrad Schaller nahezu beauftragt, das Bild auf geschlossene Engelhemdchen und handelsübliche Unterhosen zu beschränken. Die Musiker Benjamin Schultz und Oli Schneider leisten diskrete und solide Pflegedienste zur gellend brachialen Demaskierung der Gesänge. Und wenn es noch schriller wird, ahnt man, dass die deutsche Geschichte schwer zu überzeichnen ist.«
THOMAS ALTMANN | 10.10.2009 | Mitteldeutsche Zeitung

»“Wir haben uns über die Musik an die deutsche Geschichte herangebissen”, erklärt Krzystof Minkowski seine Inszenierung. Als Handlungsrahmen hat er sich eine psychiatrische Anstalt erdacht, in die eine neue Ärztin kommt, um die Patienten mit einer Musiktherapie zu behandeln. “Es ist also kein reiner Liederabend, sondern ein Theaterabend, bei dem man gerne singt”, so der Regisseur, der verschiedene Situationen auf die Bühne bringt, die Darsteller typisiert, Eskalationen entstehen lässt. “Man merkt dann sehr schnell, dass Musik auch ein gefährliches Mittel sein kann. Das Gemeinschaftsgefühl beim Singen entwickelt einen großen Sog, dem man sich schwer entziehen kann”, hat Minkowski erkannt.«
(ILKA HILLGER | 01.10.2009, Mitteldeutsche Zeitung

»Drei Schwestern« nach A. Tschechow (Teatr Norwida | Jelenia Góra | 2009)

»Es wird sicherlich viele geben, die Alarm schlagen, die sagen werden, das ist nicht Tschechow, und dass man junge Menschen nicht zu einer Inszenierung einladen soll, in der sich ein Schauspieler auf der Bühne auszieht und in der die langsame, alte und poetische Welt Tschechows sich in Verfolgung, Lärm und einen spastischen Anfall zwischen Lachen und Weinen verwandelt hat. Doch sollte man sich nicht lieber die Frage stellen: Ist das nicht das, was unsere Welt ausmacht?«
Nowiny Jeleniogórskie online, 19. März 2009

»Es gibt gute Momente in dieser Inszenierung von ‚Drei Schwestern’, besonders jene, die auf unserer Realität in Jelenia Góra basieren. Es ist eine Provinzstadt, durchsetzt von Langeweile, jeder kennt jeden und überallhin ist es eine lange Zugfahrt. Das alles erinnert sehr stark an die Hauptstadt des Riesengebirges. Auch in ‚Drei Schwestern’ gibt es den Stadtratsvorsitzenden (gespielt von Robert Duzik) und den Bürgermeister, der eine Abschiedsrede für die Offiziere hält und einen Oberst, der währenddessen weiterfrisst.«
TEJO, Jelonka.com, 13. März 2009

»Und es gibt Theater, dass die heutigen Zustände attackiert. Manchmal brutal – wie z.B. durch Krzysztof Minkowski, der Tschechows ‚Drei Schwestern’ in moderne Kostüme steckt, den Samowar und die sentimentale Poesie aus dem Fenster schmeißt – durch gewaltsame Szenen und sinnlose Absonderlichkeiten, die gegen den guten Geschmack gehen, um zu fragen, was mit uns, mit unserer Sensibilität, unserem Humanismus passiert.«
Barbara Hirsz, Warschauer Trybuna, 29. Mai 2009

»So beautifully acted – a stark, bare-stage, modern dress of Three Sisters – that understanding the words almost seemed a superfluous extra detail.«
Andrew Haydon, www.guardian.co.uk, 31. Juli 2009

»we are camera. jasonmaterial« von Fritz Kater (Teatr Norwida | Jelenia Góra | 2008)

»Ich hab mich totgelacht bei der grandiosen Antwort des finnischen Rezeptionisten, gesprochen mit einem wunderbaren Akzent von Robert Mania. Diese schlagfertige Antwort lautete ungefähr so: “I’m not Hitler, I give you the room”. Manche Debuts lassen alle Glocken in der Stadt läuten, andere bleiben im Bereich des Schultheaters. Minkowskis Farce in Jelenia Góra zeigt, dass der junge Regisseur ein Gefühl für Humor und Stil hat. Er kämpft um nichts, er beleidigt niemanden, er bringt nichts durcheinander. Ist das viel oder wenig für den Anfang? Sehen sie selbst!«
Jacek Wakar| Dziennik| 13. Juni 2008

»Die Schauspieler sind perfekt aufeinander abgestimmt, das Ganze läuft rhythmisch und rasant. Minkowski bricht kein Tabu, provoziert nicht, aber trotz der Komik werde ich eine Szene nicht vergessen, in der John mit der Seife in der Hand über nackte Juden in der Gaskammer spricht. […] Minkowskis Inszenierung, der mit dem Text von Fritz Kater auf dieser Seite der Oder sein Debut feiert, ist in seinem Konzept zweifellos konsequent.«
Wojciech Wojciechowski, Nowa Siła Krytyczna, 19. Juni 2008

»Die Reiherkönigin. Ein Rap« von D. Maslowska (Maxim Gorki Theater | Berlin | 2008)

»Der aus Polen stammende Regieabsolvent Krzysztof Minkowski hat ‚Die Reiherkönigin‘ im Maxim Gorki Theater für die Bühne bearbeitet und inszeniert. Gespielt haben Studenten des vierten Studienjahres.Sie haben ganz auf die Persiflage aufgesattelt und richtig fette Farben aufgetragen. Vor den grüngelben U-Bahnkacheln von Konrad Schaller geben sie das Ganze weniger als Rap denn als Volldampfschlager-Revue, mit falschen Zähnen und echten Schwabbelbäuchen, viel lustigem Chorgesang und kunstfertigen Genretönen.«
Petra Kohse, Nachtkritik, 07.03.2008

»In der Inszenierung kommt es – wie im Roman – sehr auf die Sprache an. Krzysztof Minkowski hat nicht nur Dialoge, sondern auch Erzählpassagen des Buches wortgetreu übernommen und gestattet es seinen Akteuren nur selten, die Situation spielerisch auszumalen. Die Texte sind auch so bildstark genug. “Rap” steht als Genrebezeichnung über der Inszenierung. Doch das heißt nicht, dass die Schauspieler im HipHop-Takt singen. […] Die Inszenierung hat – wie der Roman einen doppelten Boden. Auf den ersten Blick erscheint sie vulgär, zynisch und auch oberflächlich – doch dann wird klar, dass sie eine vulgäre, zynische und oberflächliche Gesellschaft abbildet. […] Der junge Regisseur ist zurzeit noch Student am Regieinstitut der Schauspielschule “Ernst Busch” und legt “Die Reiherkönigin” seine Diplominszenierung vor. Man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass man von ihm auch später noch hören wird. «
Oliver Kranz, RBB Kulturradio, 06. 03.2008

Radio Multikulti

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»Discopigs« von E. Walsh (Nordharzer Städtebundtheater | 2007)

»Bemerkenswerte Schauspielerleistungen erlebt das Publikum in diesem 60-Minuten-Schauspiel. Hessel wirkt dort besonders stark, wo sie ihren Körper bis in die aufgerissenen Augen sprechen lässt, wenn sie regungslos am Bühnenrand sitzt und den sexuell aufheizenden Worten Pigs lauscht. Und Tramsen, der Brutalo, der den Typen zusammentritt, der seine Runt in der Disco anbaggert, offenbart an anderer Stelle Sinnlichkeit und Gefühl, wenn er seine Märchenprinzessin mit Kosenamen überschüttet. Doch das Leben schlägt das Märchenbuch zu und piekt das gemeinsame Luftschloss an.«
Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung, 6. 11.2007

»Da gibt es, beim Besuch einer Spießbürgerkneipe, eine krasse Heino-Parodie, deutschnationalen Fußballmief in Hitlerattitüde, eine witzig böse Mozartparodie als Attacke wider das Kulturestablishment… Das alles ist von der Regie mit lokalen Befindlichkeiten aktuell gewürzt, hat ungemeines Tempo in verstümmelt urwüchsiger, brachial saftiger Sprache, deren Entschlüsselung vor allem dem etwas reiferen Zuschauer höchste Konzentration abfordert. […] Eine brachiale Explosion für Auge, Ohr, Hirn und Herz – nicht nur für Jugendliche – und mit begeistertem Applaus gefeiert. Hingehen, angucken!«
Jörg Loose, Halberstädter Volksstimme, 2. 11. 2007

»Thomas Ostermeier setzte 1998 im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses bei seiner Inszenierung von „Disco Pigs“ auf die gewalttätige Energie seiner Figuren und auf ein atemberaubendes Spieltempo. Sein Regie-Schüler interessiert nun am Nordharzer Städtebundtheater viel mehr, warum eine so intensive Freundschaft zwischen zwei Menschen auseinandergeht. […] Dem Regisseur gelingt es, diese Geschichte aus der Authentizität Irlands und seiner Landschaft am Meer heraustreten zu lassen. Sie kann hier und heute, nebenan und unter uns spielen und das nicht nur, weil in den Erlebnis-Erinnerungsspielen von Pig und Runt solche Sätze wie „Hau ab, schwule Theatersau“ unvermittelt an die nächtlichen Gewalttätigkeiten im August 2007 in Halberstadt gegenüber Schauspielern des Theaters erinnern. […] Kann Theater mehr leisten?«
Dr. Herbert Henning, Volksstimme, 1. 11. 2007