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“Die bitteren Tränen der Petra von Kant”

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von Rainer Werner Fassbinder

Der 1945 in Bad Wörishofen geborene Autor und Regisseur Rainer Werner Fassbinder ist als genauer Chronist des aufblühenden Nachkriegsdeutschlands dank seiner provokanten Gesellschaftssicht heute bestechend aktuell. Mit durchdringendem Blick zerlegt er die schönen Fassaden einer kapitalistischen Gesellschaft und findet dahinter Kälte und Ausbeutung. Petra von Kant steht nach Jahren harter und ehrgeiziger Arbeit dort, wo sie immer hinwollte: Sie ist eine gefragte Mode- designerin. Doch selbst der größte Erfolg kann Petra nicht erfüllen. Sie hat eine dramatisch gescheiterte Ehe zu verkraften, fühlt sich leer und ausgebrannt und flüchtet in den Alkohol. Als die junge Karin Thimm bei Petra auftaucht, scheint eine Veränderung möglich. Fasziniert stürzt sich Petra auf die junge Frau und entwickelt regelrecht obsessive Gefühle für sie. Mit Luxus und der Aussicht auf Erfolg als Model versucht sie das Mädchen an sich zu binden. Doch Karin wird die Beziehung schnell zu eng, und sie verlässt Petra…Fassbinder zeichnet in seinem Kammerspiel (1972) eine faszinierende und schillernde Frauenfigur vor den Trümmern ihrer gesellschaftlichen Existenz. Petras glamouröses Leben entpuppt sich als ein kaltes Gefängnis. Jeder Versuch, Liebe zu leben, wird ihr zur Abhängigkeit, Obsession oder Verletzung. DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT ist Gesellschaftssatire und Melodrama, aber auch eine Versuchsanordnung über die verschiedenen Möglichkeitsformen menschlicher Beziehungen.

Premiere am 5. April 2019 am Landestheater Schwaben

“Mefisto forever”

von Tom Lanoye

Österreich. Nahe Zukunft. Die national-konservative Partei hat die politische Macht im Land übernommen. Der patriotisch- nationale Geist hat alle Sphären des privaten und öffentlichen Lebens durchdrungen. Alle staatlichen Institutionen, Gerichte, Medien, Militär und Kultur sind unter der Kontrolle der Partei gleichgeschaltet. Jegliche Systemkritik oder das Ausleben liberaler Werte wurde streng untersagt. Es herrscht Angst. Österreich hat zu seiner alten Stärke zurückgefunden.Kurt Köpler, einem der größten Theaterstars seiner Tage, wird von den neuen Machthabern das Amt des Intendanten übertragen. Anfangs ist er entschlossen, mit den Mitteln der Kunst Widerstand zu leisten. Doch schnell zeigt sich, dass ihm dafür die innere Stärke fehlt. Stattdessen erobern die Politiker die Bühne der Öffentlichkeit und die wirklichen Dramen spielen sich zwischen den Schauspieler*innen ab.»Der Wert, der Anspruch, die Verantwortung des Künstlers in der Gesellschaft – Kunst und Macht: darum geht es in Tom Lanoyes Stück, das nur auf der Bühne spielt, und zwar vor, während und nach Theaterproben.« (Verlag der Autoren)

Eine Produktion der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Mit Sofia Falzberger, Marius Huth, Lorena Emmi Mayer, Ferdinand Nowitzky, Peter Rahmani, Lara Sienczak.

Premiere am 8. Juni 2019 am Schauspielhaus Wien.